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Das Futter u. Vitamin-Mineralstoffbedarf für Reptitlien (Futtertiere und Futterinsekten)

Das Futter u. Vitamin-Mineralstoffbedarf für Reptitlien (Futtertiere und Futterinsekten)

Das richtige Futter ist ein ganz wichtiger und großer Aspekt, in der gesamten Reptilienhaltung, und sehr entscheidend für die Gesundheit ihrer Tiere. Da 90% der Reptilien Insekten als Futter benötigen, und
nur ein geringer Anteil sich Vegetarisch ernährt sollte man da sehr
genau auf ihre Qualität achten! Hierbei verbergen sich auch die kleinen Unterschiede, auf die es ganz besonders ankommt. Genauso wie natürlich im Vegetarischen Bereich ,auf ein gutes und ausgewogenes
Futter, ohne Pestizid und Schadstoffbelastung ect. zu achten ist.
Jeder Terrarianer weiss heutzutage, wie wichtig es ist, die Nahrung seiner Pfleglinge durch gezielt verabreichte Vitamine und Mineralstoffe zu ergänzen. Freilebende Insektenfresser haben es in der Natur zwar in aller Regel deutlich schwerer als im Terrarium, ausreichende Mengen an Beute zu machen, dafür steht ihnen dort aber eine unermessliche Vielfalt verschiedenster Futtertiere zur Verfügung. Diese Beute beinhaltet ihrerseits eine Vielfalt verschiedenster Nahrungsstoffe in ihrem Verdauungssystem. Ähnlich geht es den Generalisten unter den Pflanzenfressern, die zwar zeitweise größere Mengen weniger Futterpflanzenarten fressen, doch bei Bedarf und drohenden Mangelsituationen auf eine große Pflanzenvielfalt mit einem enormen Potential an Inhaltsstoffen zurückgreifen können. Eine vergleichbare Reichhaltigkeit kann man Terrarienbewohnern in menschlicher Obhut in keinem Fall auch nur annähernd bieten und so ist es nicht verwunderlich, dass die vom Pfleger gereichte Nahrung durch zusätzliche Mineralstoffe und Vitamingaben aufgewertet werden muss. Hinzu kommt, dass in menschlicher Obhut durchaus andere Umweltparameter auf die Tiere einwirken als in Freiheit. Nicht alle natürlichen Einflüsse von Licht, Wetter und Klima können im Terrarium 1:1 nachgebildet werden. Meist bewegen sich die Tiere zudem weniger als im Freiland und oft existieren vom Pfleger weitgehend unbemerkt permanente Stressfaktoren durch die künstliche Umgebung. All das bedingt unter anderem auch einen im Vergleich zum Freiland veränderten Vitamin- und Mineralstoffbedarf, auf den ebenfalls Rücksicht genommen werden muss. Da die Terraristik seit einigen Jahren boomt, bietet der Handel inzwischen eine Vielzahl von Futterergänzungsmitteln an, die versprechen, hier auf einfachste Weise Abhilfe zu schaffen. Jeder langjährige Terrarianer weiss jedoch aus eigener, zum Teil leidvoller Erfahrung, dass die Praxis oft anders aussieht, und dass viele Produkte sich nicht wirklich für den angegebenen Zweck eignen.
Und deshalb schaut dort besonders hir auf die richtigen Vitamine und Mineralien (z. B. Namiba Terra Calvirep Vit D3), die in richtiger Kombination mit den UV-Lampen geschehen muss. Denn die richtigen UV-Lampen sind verantwortlich, für die Umsetzung damit die Tiere sie richtig verarbeiten können, genauso natürlich auch wie die richtige Umgebungstemperatur.
Also liebe Reptilienhalter (Tierhalter) schaut auf eine ausgewogene
und gute Ernährung eurer Lieblinge. Und denkt daran “Billig ist nicht immer gleich gut”.
Und noch ein kleiner Tipp, umso länger eure Insekten in den kleinen Dosen überleben, umso besser ist in der Regel ihre Qualität. Und wenn man die dann noch in größere Faunaboxen hältert, was ich sehr empfehle und gut füttert, halten sie sehr lange und man hat fast keine ausfalle.

Mit freundlichen Grüssen
Euer Schwabinger Zoo Center Team

Die Futtertiere und Ernährung von Schlangen

In der Natur ernähren sich die Schlangen je nach Herkunft und Größe von den unterschiedlichsten Beutetieren. Zum Beutespektrum gehören Echsen wie die sehr häufigen Skinke, aber auch Mäuse, Ratten, kleine Kaninchen, Fleder­mäuse und Vögel. In der amerikanischen Literatur findet man Hinweise darauf, dass vor allem Jungschlangen Wirbellose fressen sollen. Dies konnte durch eine ganze Reihe von Versuchen im Terrarium jedoch nicht bestätigt werden. Ihre Beute ergreifen die Schlangen mit dem Kiefer und erdrosseln sie, indem sie sie durch mehrere Win­dungen umschlingen. Ist die Beute bewe­gungslos, lässt die Kornnatter von ihr ab und bezüngelt sie sorgfältig. Dann wird sie mit dem Kopf voran verschlungen. Das Verschlingen erfolgt durch einen schlangentypischen Mechanismus. Durch die Beweglichkeit der Unterkieferkno­chen gegen das Gaumendach wird durch

abwechselndes Verschieben dieser Ele­mente die Beute langsam im Maul nach hinten geschoben. Gleichzeitig spreizen sich die Unterkieferknochen immer wei­ter auseinander, so dass sie einen großen Trichter bilden. Ist das Futtertier an der Rachenöffnung angelangt, wird es mittels wellenförmiger Bewegungen der Wirbel­säule in die Speiseröhre geschoben. Im Terrarium füttert man die Kornnat­tern am einfachsten mit Mäusen und kleinen Ratten. Sind die Mäu­se hochwertig und abwechselungsreich ernährt worden, benötigt man keinerlei Futterzusätze. Lediglich während der Trächtigkeit sollten die Weibchen einmal pro Woche etwa fünf Tropfen Multivitaminlösung erhalten. Dieses wird der Futtermaus unterhalb der Schwanzregion ins Fell getropft, da­mit die Schlangen es beim Verschlingen nicht gleich schmecken. Noch günstiger ist es, einer toten Maus das Präparat zu Spritzen.

Wie alle Schlangen haben auch die Kornnattern eine Vorliebe für wilde Mäuse. Der große Nachteil bei der Ver­fütterung dieser Tiere besteht in der rela­tiv hohen Infektionsgefahr, so dass wild gefangene Kleinsäuger nur in Ausnahme­fällen verfüttert werden sollten. Für den normalen Ablauf der Verdauung ist stets eine optimale Umgebungstempe­ratur Voraussetzung. Dazu benötigen die Kornnattern etwa “Temperaturen:id=60 von 25-30°C. Zwar nehmen insbesondere recht hungrige Tiere auch bei kühleren Temperaturen Nahrung zu sich, doch er­brechen sie sie häufig noch annähernd unverdaut einige Tage später. Durch eine Temperaturerhöhung in den Normalbe­reich lässt Sich dies jedoch leicht verhin­dern. Auch durch die Gabe von Bene-Bac (nach Dosieranweisung) lässt sich, vorausgesetzt das Erbrechen ist nicht durch eine Magen- oder Darmin­fektion begründet, die Verdauungstätig­keit positiv beeinflussen.

Eine viel diskutierte Frage beschäftigt sich damit, ob adulte Mäuse lebend oder tot verfüttert werden sollen. Oft wird für die Verfütterung toter Mäuse angeführt, dass lebende Exemplare imstande wären, die Kornnattern zu verletzen. Dies ist zwar richtig, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist eher gering. Trotzdem sollte die Fütterung immer kontrolliert werden und gegebenenfalls nicht gefressene Mäuse später wieder aus dem Terrarium entfernt werden. Anderenfalls kann es durchaus einmal vorkommen, dass die Kornnattern durch Nager verletzt werden. Sollten die Futtertiere nicht aus dem Terrarium zu fangen sein, so kann man versuchen, Verletzungen dadurch zu verhindern, dass man etwas Nagetierfutter ins Terrarium gibt. Eine wesentliche Erleichterung der Kornnatternpflege stellt die Eigenheit der Tiere dar, dass sie problemlos tote Nahrung annehmen. So sollten zum Bei­spiel große und wehrhafte Nager (kleine Ratten etc.) in jedem Fall vor dem Verfüt­tern abgetötet werden. Ferner hat man dadurch die Möglichkeit, sich zeitgleich eine größere Menge an Futtertieren zu­zulegen und überzählige Mäuse einzu­frieren. Vor dem Verfüttern müssen die Mäuse wieder aufgetaut werden, und zwar möglichst bei Zimmertemperatur. Erst danach legt man sie ins Terrarium.

Es ist darauf zu achten, dass die Nager vollständig aufgetaut sind, da bei den Schlangen sonst Magen und Darmer­krankungen auftreten können. Pflegt man seine Kornnattern paarweise, so müssen diese unbedingt vor jeder Fütterung getrennt werden. Sollten sich zwei Schlangen gleichzeitig in einem Beutetier verbeißen – egal ob es lebendig oder be­reits tot ist – werden sie sich sofort um dieses und auch ineinander verschlingen. Dabei spürt jede die Anstrengung der an­deren. Da eine Kornnatter die gefasste Beute normalerweise nicht loslässt, bevor diese aufhört sich zu bewegen, verbeißen sich beide Nattern noch mehr in der An­nahme, das Beutetier würde noch leben. Bliebe als letztes die Frage, wann und wie viel die Kornnattern fressen? Im Lau­fe eines Jahres frisst ein Ausgewachsenes Männchen ungefähr 25 bis 50 Mäuse, was bei einem durchschnittlich Männchen in etwa dem Eigengewicht entspricht. Weibchen fressen etwa 30 bis 75 Mäuse pro Jahr. Die Männchen neh­men genau wie die Weibchen nahezu gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt Nahrung zu sich. Nur während der Win­terruhe und der Paarungszeit stellen sie für etwa zwei Monate die Nahrungsauf­nahme ein. Die Weibchen fressen noch kontinuierlicher und verweigern erst kurz vor der Eiablage für etwa 4-5 Wo­chen das Futter.

Verfasst von:
Schwabinger Zoo Center München

Landschildkröten und ihre Ernährung
Auch in unserem Geschäft erhältlich

Die Winterruhe bei Landschildkröten


Abhängig vom Klima, aber auch von den Faktoren, wird den Schildkröten signalisiert, dass sie sich zur Überwinterung an eine frostsichere Stelle zurückziehen müssen. Während Thestudo hermani boettgeri am Nord­rand des Verbreitungsgebietes von Rumänien offenbar schon im September, meist jedoch auch erst im Oktober in die Überwinterung geht, verschwinden die Tiere in Südfrankreich und auf den Balearen, in der Toskana und auf Korsika gewöhnlich erst im Verlauf des Novembers in ihren Winter­quartieren. Dort ziehen die Schild­kröten sich etwa Ende Oktober, Anfang No­vember für ungefähr 5-6 Monate zur Win­terruhe in Hohlräume von Mauern bzw. Fel­sen oder in Erdlöcher zurück. Das rechtzeitige Aufsuchen von Winter­quartieren, steht wie schon angedeutet nicht nur in Verbindung mit den sinkenden Außentemperaturen, sondern wird offenbar auch durch den Rhythmus der inneren Uhr gesteuert. Diese Ruhe­phase ist das Ergebnis der ökologischen An­passung der Schildkröten an ihren jeweili­gen Lebensraum. Nicht unerheblich ist auch der Einfluss der Vitamin-D3-Synthese.

Die­ses Vitamin ist nicht nur für die Knochen­mineralisierung verantwortlich, sondern reguliert zusätzlich auch die Produktion vieler Hormone und beeinflusst auch be­stimmte Verhaltensweisen. Da die Vitamin-D3-Synthese unter Einfluss des Sonnenlich­tes stattfindet und nach dem der UV-B-Anteil im Sommer höher ist als in den Wintermonaten , gehe ich davon aus, dass hier ein weiteres System besteht, das zumindest teilweise an der Regulation durch den Jahres-Biorhythmus, gesteuerter Vorgang be­teiligt ist und damit auch Einfluss auf dem Zyklus der Schildkröten hat. Ich persönlich überwintere meine Tiere schon seit Jahren, in den vorbereiteten Kühlschrank bei 8-12°C, mit dem richtigen Bodensubstrat (Kokos-Pinienbodengrund). Da hier keine Temperaturschwankungen möglich sind und die Tiere nicht verfrüht aufwachen können.

Hier einige geeignete Futterpflanzen
Aloe, Brennnessel, Große, Bärenlauch, Mariendistel, echter Eibisch, Gänseblümchen, Gänsefingerkraut, gemeiner Frauenmantel, Himbeerblätter, Weissklee, große Klette, Klettenlabkraut, echtes Lungenkraut, Löwenzahn, wilde Malve, gemeine Nachtkerze, Schafgarbe, Stiefmütterchen, Taubnessel, Vogelmiere, Breitwegerich, Spitzwegerich, gewöhnliche Wegwarte, schmalblättriges Weidenröschen u. v. m.

Geschlechtsunterschied
Ausserlich nur sichtbar wenn die Tiere älter sind.

Zimmerterrarium

Grundsätzlich sind Europäische Land­schildkröten in Freilandanlagen zu hal­ten. Hin und wieder entschließen sich jedoch Halter auch, zumindest jüngere Exemplare in einem Zimmerterrarium zu pflegen, um sie besser beobachten zu können. Dazu sollte man wissen, dass die Terrarien relativ groß gewählt werden sollten z.b. 120×60×40 cm (LxBxH) da die Tiere eine Größe von ca. 25cm erreichen können, welche technische Ausstattung erforderlich ist, wie die Ein­richtung beschaffen sein sollte und welcher Arbeitsaufwand mit der Unterhaltung des Zimmerterrariums verbunden ist. Auch ist es wichtig, sich bereits rechtzeitig Gedanken zu machen, dass man vielleicht mal verreist oder sich aus anderen Gründen nicht um die Tiere kümmern kann.

Standort für Freilandhaltung

Der Garten sollte nach Süden ausgerichtet sein und zudem ruhig liegen sowie keinen Um­weltbelästigungen (Rauch, Abgase von Autos etc.) ausgesetzt sein. Kann man dies nicht gewährleisten, ist auf die Haltung Europäischer Land­schildkröten zu verzichten.

In Regionen, in denen es be­sonders häufig regnet, sind Freilandgehege nur dann für die Haltung der Landschild­kröten geeignet, wenn diese innerhalb des Geheges stets auch trockene Flächen vorfin­den, wie z. B. in einem unge­heizten Gewächshaus oder unter einer größeren mit Glas oder besser noch Plexiglas überdach­ten Fläche. Stets oder häufig im Schatten liegende Standorte (schattenwerfende Gebäude, Bäume) sind ebenfalls nicht für Freilandanlagen geeignet. Freilandterrarien sollten täglich mindestens acht Stunden voll der Sonne ausgesetzt sein, besser noch im Verlauf des ganzen Tages. Es lassen sich leichter einige Schatten werfende Sträucher einsetzen, als dass man durch zusätzliche Beleuchtungs und Wärmequellen den Standort aufzuwerten versucht.

Verfasst von:
Schwabinger Zoo Center München

Mineralstoffe, Spurenelemente:

In den meisten Wildkräutern, die Land­schildkröten zu sich nehmen, sind genü­gend Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine enthalten. Vitamine sind organi­sche Stoffe, die im Allgemeinen nicht oder nur ungenügend im Körper selbst gebildet werden, jedoch für den Organismus in ge­ringen Mengen lebensnotwendig sind. Die Synthese von Vitaminen oder ihren Vorstufen findet meist in Pflan­zen oder Mikroorganismen statt. Europäi­sche Landschildkröten erhalten durch fri­sche, abwechslungsreiche Pflanzenkost die meisten der Vitamine. Unter den Mineralien nehmen Kalzium (Ca) und Phosphor (P) eine Sonderrolle ein. Beide Stoffe bilden mit etwa 70-75 % den größten Teil der mineralischen Körperbestandteile und stehen ständig in Wechselbeziehung mit­einander. Das Skelett enthält ungefähr ca. 99 % des Körperkalziums und ca. 85 % des Körper­phosphors. Deshalb führt eine Unterversor­gung mit diesen Mineralstoffen bei jungen Landschildkröten zu rachitischen Verände­rungen. Die Knochen der Jungtiere werden oder bleiben weich, die Knochen erwachsener Landschild­kröten werden brüchig. Kalzium ist im Körper außerdem an der Blutgerinnung und einigen Enzymaktivi­täten beteiligt, für die Erregbarkeit der Ner­venfasern unverzichtbar und hat auch Einfluss auf die Beweglichkeit von Muskeln. Daher führt ein zu geringer Kalziumgehalt im Blut zu nervöser Übererregbarkeit und Krämpfen. Sinkt der Kalziumspiegel im Blut zu stark, wird ein Nebenschilddrüsenhor­mon gebildet, das bewirkt, dass dem Skelett Kalzium entzogen wird. Vor allem bei Jungtieren führt dies meistens zu bleibenden Schäden (Panzerdeformationen).

Auch während die Weibchen Eischalen bilden, ist eine erhöhte Kalziumzufuhr er­forderlich. Kann diese nicht gewährleistet werden, kommt es in schweren Fällen zu ei­ner Demineralisierung der Knochen. Der Kalziumgehalt des Blutes wird jedoch gewöhnlich nach der Eiablage bei ausgewogener Ernährung schnell wieder angeglichen. Phosphor befindet sich außer im Skelett auch in diversen organischen Verbindun­gen, wie z. B. in den Nukleinsäuren, Eiwei­ßen und Enzymen. Innerhalb des Organis­mus dient es auch als Energieträger sowie -speicher. So stehen auch der Kalziumstoff­wechsel, die Aufnahme des Kalziums aus dem Darm und der Transport sowie die Verwertung innerhalb des Organismus in direktem Zusammenhang mit dem Phos­phorhaushalt.

Einer häufig gehörten Faustregel zufolge sollte das Kalzium-Phosphor-Verhältnis beim Futter Griechischer Landschildkröten möglichst bei 2:1 liegen. Besser ist je­doch ein höherer Gehalt an Kalzium, da durch einige Kalziumbinder in bestimmten Pflanzen und bei einem höheren Kalzium­bedarf (Eischalen oder Sepiaschalen) die Schwelle zu einer Unterversorgung zu gering ist. Es sollte das Kalzium-Phosphor-Verhältnis in der natürlichen Nahrung von Schildkröten aus extremen Trockengebieten sogar zwischen 8:1 in der Tro­ckensubstanz liegen, es emp­fiehlt sich jedoch ein Verhältnis von 4:1, da wegen der oben bereits erwähnten Hemm­stoffe (Pflanzensäuren usw.) dem Organismus meist weniger Kalzium zur Ver­fügung steht, als von der Schildkröte aufge­nommen wurde.

Über die Futterpflanzen kann man in den Übergangszeiten in wöchentlichem Ab­stand zusätzlich geringe Mengen Kalzium in Form geeigneter Präparate (z. B. Namiba Terra Calvirep Vit D3) oder bei Sepiaschalen mit einem Kalziumgehalt von ca. 40 %, bestreuen. Ansonsten nehmen die Schildkrö­ten im Freilandterrrarium und bei optimaler Fütterung immer genügend Mineralstoffe und Vitamine auf bzw. bilden die Vitamine A und D3 selbst. Zerstoßene Eierschalen und vor allem Sepiaschalen werden manchmal von den Schildkröten re­gelrecht gierig verzehrt und sollten sich da­her immer im Terrarium befinden. In dem als Beispiel genannten Präparat von Namiba Terra Calvirep Vit D3 sind auch noch weitere Mineral­stoffe und Spurenelemente enthalten (Na­trium , Magnesium , Kupfer, Zink, Mangan, Eisen, Jod, Kobalt und Selen), aber auch die Vitamine A, D3, E, Vitamine der B-Gruppe (B, B2, B6> B|2), Vitamin C, Vitamin K3 und Nicotinsäure sowie weitere Stoffe (Biotin, etc.).


Obwohl es auch – wie oben erwähnt, künstliche Vitamin D3 Präparate gibt, ist “die natürliche Eigensynthese von Vitamin D3, die in der Haut durch UV-B Strahlung ange­regt wird, der oralen Verabreichung vorzu­ziehen. Sie wirkt sich nicht nur positiv auf die Kalziumregulation und damit die Kno­chenmineralisierung aus, sondern auch auf die Bildung der Eierschalen! Die aktive Form (1,25-Dihydroxyvitamin D3) dieses Vitamins wird in den Zellen der Nieren gebildet. Leider sind diese oft durch eine falsche Hal­tung auch frühere, z. B. bei einem anderen Halter vorgeschädigt. Um dem noch vor­handenen gesunden Nierengewebe gute Aus­gangsbedingungen zu schaffen, ist eine Op­timierung der Vitamin-D3-Versorgung bzw. der Synthese Vorrang zu geben. Außerdem kommt es bei einer natürlichen Vitamin D3 Synthese zu keiner Überdosierung wie even­tuell bei oral verabreichten Gaben. Ein nicht schnell genug abtransportierter Überschuss an Vitamin D3 in der Haut wird durch UV-B Strahlen weiter zu ungiftigem Stoffen verarbeitet. Die Rollen der Vitamine sind so vielfältig, dass man sie hier nicht alle aufzäh­len kann.

Verfasst von:Dr. Ingo Kober
Schwabinger Zoo Center München

— Rudolf Hammerl

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